Die 1000-Punkte-Regel (ADR)

2026-06-09 By Jan van den Herik

Wer unter 1000 Punkten bleibt, ist bei einem Straßentransport verpackter Gefahrgüter teilweise von den schweren ADR-Anforderungen freigestellt. Die Tabelle der Beförderungskategorien, die Berechnung, durchgerechnete Beispiele und die Pflichten, die immer bestehen bleiben.


Die 1000-Punkte-Regel (ADR 1.1.3.6) ist eine Teilfreistellung für den Straßentransport verpackter Gefahrgüter (Versandstücke, Gasflaschen, IBC; nicht Tank oder Schüttgut). Bleibt die gesamte Beförderungseinheit unter 1000 Punkten, entfällt eine Reihe schwerer ADR-Pflichten — ein Kernbestand bleibt aber immer bestehen. Es ist eine der nützlichsten und zugleich am häufigsten missverstandenen Regeln im Gefahrgut-Straßentransport.

Eine Beförderungseinheit = Lkw + (Sattel-)Anhänger. Die 1000 Punkte gelten für die gesamte Einheit, nicht pro Versandstück oder pro Sendung.

Beförderungskategorie, Faktor und Höchstmenge

Jeder gefährliche Stoff hat eine Beförderungskategorie (0–4), zu finden in Spalte (15) der ADR-Tabelle A (Kapitel 3.2), verknüpft mit seiner UN-Nummer. Jede Kategorie hat einen Multiplikator:

Beförderungskategorie Faktor Max. je Beförderungseinheit*
0 keine Freistellung möglich 0 (nie unter dieser Regel)
1 × 50 20 (kg oder L)
2 × 3 333 (kg oder L)
3 × 1 1.000 (kg oder L)
4 × 0 unbegrenzt

* Die Höchstmenge ist schlicht 1000 ÷ Faktor. Kategorie 0 (z. B. bestimmte explosive Stoffe, einige ansteckungsgefährliche Stoffe) kann die Regel nie nutzen; dort gilt immer das volle ADR. Kategorie 4 (geringstes Risiko, z. B. 1.4S, ungereinigte leere Verpackungen) zählt mit 0 Punkten → unbegrenzt.

Die Rechnung ist einfach

Multiplizieren Sie die Menge jedes Stoffes (kg oder Liter) mit dem Faktor seiner Kategorie, addieren Sie alles und bleiben Sie unter 1000.

Beispiel: 10 L eines Kategorie-1-Stoffes (×50 = 500) + 100 kg eines Kategorie-3-Stoffes (×1 = 100) = 600 Punkte → unter 1000, die Freistellung greift. Über 1000 gilt das volle ADR.

(Diese Berechnung übernehmen wir für Sie.)

Was unter 1000 Punkten entfällt

Orangefarbene Tafeln am Fahrzeug, der ADR-Schein des Fahrers, schriftliche Weisungen im Führerhaus, der 12-kg-Pulverlöscher, das Mitnahmeverbot für Fahrgäste und Tunnelbeschränkungen: alles entfällt.

Was immer bleibt (auch unter 1000 Punkten)

  • UN-zugelassene Verpackung plus korrekte Kennzeichnung und Bezettelung.
  • Ein Beförderungspapier mit UN-Nummer, offizieller Benennung, Klasse + Verpackungsgruppe, Anzahl/Art der Versandstücke und der Gesamtmenge je Beförderungskategorie (notieren Sie die berechneten Punkte als Nachweis, dass Sie unter der Grenze liegen).
  • Ein 2-kg-Pulverfeuerlöscher.
  • Unterweisung und funktionsspezifische Schulung für alle Beteiligten (ADR 1.3).
  • Vorschriften zu Verstauung, Rauchverbot und Trennung.

Faustregel: „unter 1000 Punkten" ≠ „ADR-frei". Verpackung, Kennzeichnung, Beförderungspapier und ein Löscher bleiben. Die Erleichterung liegt vor allem bei Fahrzeug- und Fahreranforderungen.

Nur Straße — See und Luft sind anders

Die 1000-Punkte-Regel gilt nur für das ADR (Straße). Auf See (IMDG) und in der Luft (IATA) gibt es kein Punktesystem; dort gelten stattdessen Limited Quantities (LQ) und Excepted Quantities (EQ). Ein häufiger Fehler ist, Straßenpunkte auf eine Seesendung anzuwenden.

So handhabt es Nexport Logistics

Wir berechnen die Punkte, entscheiden, ob die Freistellung greift (oder ob LQ/EQ der bessere Weg ist), und erstellen ein konformes Beförderungspapier — als Teil der durchgängigen Abwicklung Ihres Gefahrgut-Transports. Nexport Logistics ist ein Spediteur, der unter den FENEX-Bedingungen arbeitet; Berechnung und Papiere liegen bei Ihrer Sendung im Nexportal-Portal. Steht ein Gefahrgut-Straßentransport an? Mailen Sie an info@nexportlogistics.nl.

Offizielle Quelle: ILT — Infoblad 1000-punten tabel (ilent.nl). Zurück zu Gefahrgut.

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