Gefahrgut

2026-06-09 By Jan van den Herik

Ein praktischer Leitfaden für den Versand von Gefahrgut (DG): die 9 UN-Klassen, die Regeln je Verkehrsträger (ADR, RID, ADN, IMDG, IATA-DGR), wer verantwortlich ist, und Erleichterungen wie Limited Quantities. Nexport Logistics übernimmt Klassifizierung, Papiere und den konformen Transport.


Der Versand von Gefahrgut (Dangerous Goods, DG) verzeiht keine Fehler. Stimmt die Klassifizierung oder das Papier nicht, wird die Sendung abgelehnt oder mit Bußgeld belegt — im schlimmsten Fall ist sie unsicher. Die Regeln unterscheiden sich je Verkehrsträger, und der Versender ist rechtlich verantwortlich für die korrekte Klassifizierung und das Beförderungsdokument. Dieser Leitfaden behandelt das Wesentliche. Nexport Logistics übernimmt Gefahrgut für Sie, von der Klassifizierung bis zum konformen Transport auf Straße, See und in der Luft, koordiniert in der Nexportal-Plattform mit den richtigen Spezialpartnern.

Die 9 UN-Gefahrklassen

Gefahrgut wird in neun UN-Klassen eingeteilt, die für jeden Verkehrsträger gelten:

  1. Explosive Stoffe
  2. Gase (2.1 entzündbar · 2.2 nicht entzündbar · 2.3 giftig)
  3. Entzündbare flüssige Stoffe
  4. Entzündbare feste Stoffe (4.1) · selbstentzündlich (4.2) · entwickeln mit Wasser entzündbare Gase (4.3)
  5. Oxidierende Stoffe (5.1) · organische Peroxide (5.2)
  6. Giftige Stoffe (6.1) · ansteckungsgefährliche Stoffe (6.2)
  7. Radioaktive Stoffe
  8. Ätzende Stoffe
  9. Verschiedenes, u. a. umweltgefährdend / Marine Pollutant und Lithiumbatterien

Ein Stoff kann eine Nebengefahr haben (z. B. UN2924 = Klasse 3 (8): entzündbar und ätzend). Die Verpackungsgruppe (PG I/II/III) drückt den Gefahrengrad aus (I = hoch). Jedes Gefahrgut wird unter einer UN-Nummer + offizieller Benennung (proper shipping name) + Klasse + Verpackungsgruppe versandt.

Ein eigenes Regelwerk je Verkehrsträger

Dieselbe UN-Klassifizierung, aber je Verkehrsträger ein eigenes internationales Regelwerk (mit eigener niederländischer Umsetzung, beaufsichtigt durch die ILT):

Verkehrsträger Internationale Regeln NL-Umsetzung
Straße ADR VLG
Schiene RID VSG
Binnenschifffahrt ADN VBG
See IMDG-Code (+ IBC/IMSBC/IGC) Rvgz
Luft ICAO TI / IATA-DGR Wet luchtvaart

Merkhilfe: ADR = Straße, RID = Schiene, ADN = Binnenwasser, IMDG = See, IATA = Luft. Übergreifendes niederländisches Gesetz: das WVGS (Land + Wasser); die Luftfahrt läuft unter dem Wet luchtvaart.

Was sich je Verkehrsträger tatsächlich unterscheidet

Überall dieselbe UN-Klassifizierung, aber Dokumente, Grenzwerte und operative Regeln sind es nicht:

  • See (IMDG): Trennvorschriften (welche Güter nicht nebeneinander gestaut werden dürfen), Stauplatzkategorien, ein EmS-Notfallcode, Marine-Pollutant-Kennzeichnung sowie die IMO Dangerous Goods Declaration plus Container-Packzertifikat.
  • Luft (IATA-DGR): das strengste Regelwerk von allen. Enge Mengenbegrenzungen je Versandstück, eine verpflichtende Shipper's Declaration, die Unterscheidung Passagiermaschine (PAX) vs. Nur-Fracht (CAO) und strenge Regeln für Lithiumbatterien. Manche Güter, die per See oder Straße zulässig sind, sind in der Luft schlicht verboten.
  • Straße (ADR): die 1000-Punkte-Regel (eine Teilfreistellung, nur Straße), orange Tafeln, der ADR-Führerschein, Tunnelkategorie-Beschränkungen und Beförderungskategorien.
  • Schiene (RID): eng mit dem ADR harmonisiert (beide landgebunden), aber mit wagenspezifischen Regeln; die nur für die Straße geltende 1000-Punkte-Freistellung gilt nicht.

Der Haken: Die Regeln wandern beim Wechsel des Verkehrsträgers nicht mit. Eine Kiste, die konform per See (IMDG) gereist ist, muss auf dem Straßenvorlauf zum Empfänger trotzdem das ADR erfüllen, und die nur für die Straße geltende Punktefreistellung oder LQ-Kennzeichnungen müssen für diesen Abschnitt neu geprüft werden. Zuerst den Verkehrsträger und etwaige LQ/EQ richtig zu bestimmen, entscheidet meist über den Rest.

Wer verantwortlich ist

  • Versender: immer verantwortlich für die korrekte Klassifizierung, das Beförderungsdokument und ordnungsgemäße Verpackung/Kennzeichnung/Bezettelung.
  • Beförderer: sorgt dafür, dass das Personal geschult ist und sicher be- und entladen wird.
  • Gefahrgutbeauftragter (Dangerous Goods Safety Adviser, DGSA): verpflichtend für Unternehmen, die DG versenden, verpacken, befördern, be- oder entladen (ADR/RID/ADN 1.8.3), mit begrenzten Ausnahmen (z. B. wenn man unter der 1000-Punkte-Schwelle bleibt). In den Niederlanden läuft die Prüfung über CBR/CCV.
  • Schulung: Alle Beteiligten brauchen mindestens eine Unterweisung / funktionsspezifische Schulung (1.3).

Erleichterungen, die man kennen sollte

  • Limited Quantities (LQ): kleine Innenverpackungen, weitgehend freigestellt, mit eigener LQ-Kennzeichnung. Existiert in ADR, IMDG und IATA.
  • Excepted Quantities (EQ): noch kleinere Mengen mit weitergehender Erleichterung.
  • ADR 1.1.3.6, die "1000-Punkte-Regel": nur Straße; eine Teilfreistellung auf Basis von Menge × Beförderungskategorie. See und Luft kennen kein Punktesystem. Ein häufiger Fehler ist, Straßenpunkte auf eine Seesendung (IMDG) anzuwenden; dort existieren sie nicht.

Besondere Aufmerksamkeit: Lithiumbatterien

Lithiumbatterien (Klasse 9) gehören zu den am häufigsten kontrollierten Gütern, vor allem in der Luftfracht. Sie haben eigene UN-Nummern, Ladezustandsgrenzen (state of charge) und Verpackungs-/Kennzeichnungsregeln, und die Unterscheidung Passagiermaschine (PAX) vs. Nur-Fracht (CAO) ist wesentlich. Viele Sendungen werden genau hier gestoppt, schlicht weil die Regeln nicht eingehalten wurden.

Lagerung von Gefahrgut

Auch die Lagerung von Gefahrgut ist reguliert: getrennte Zonen, klassenbezogene Mengen je Standort und die passende Genehmigung für den jeweiligen Stoff. Wir haben ein eigenes Lager für nicht gefährliche Güter und mehrere bewährte Partner für Gefahrstoffe, jeder mit der richtigen Genehmigung für den Stoff, den Sie lagern müssen. Siehe Customs und Sea Freight dafür, wie das mit Abfertigung und Versand zusammenhängt.

Transport-Klassifizierung ist nicht REACH

Ein Chemikalie kann zwei getrennte Pflichten tragen, die häufig verwechselt werden. Die Gefahrgut-Klassifizierung (UN-Klasse, ADR/IMDG/IATA) regelt, wie der Stoff sicher befördert wird. REACH regelt, ob der Stoff überhaupt auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden darf: Registrierung, das Sicherheitsdatenblatt (SDS), Beschränkungen. Ein Stoff kann für den Transport vollständig gefahrgutkonform sein und trotzdem eine REACH-Registrierung benötigen, um verkauft zu werden — und umgekehrt. Prüfen Sie beides, nicht nur eines. Die Transportseite ist diese Seite; die Marktzugangsseite finden Sie auf Reach.

Warum Gefahrgut mit Nexport Logistics versenden

Bei DG wird der Alleingang riskant und teuer. Nexport Logistics ist ein Spediteur unter den FENEX-Bedingungen mit der Expertise, Ihre Güter korrekt zu klassifizieren, das Beförderungsdokument und die DG-Erklärung zu erstellen, UN-zugelassene Verpackung und Kennzeichnung zu organisieren, die richtigen Erleichterungen (LQ/EQ/1000 Punkte) anzuwenden und die Ladung konform per Luft, See oder Straße zu bewegen — wo nötig mit einem Spezialpartner mit der passenden Genehmigung. Die Zollseite wird im selben Haus erledigt, sodass Anmeldung und DG-Papiere zusammenpassen.

Alles verfolgen Sie im Nexportal-Portal. Sie versenden etwas Gefährliches? Mailen Sie an info@nexportlogistics.nl, und wir sorgen dafür, dass es sicher und legal unterwegs ist.

Offizielle Quelle: ILT — Gevaarlijke stoffen (ilent.nl). Verwandt: Air Freight · Sea Freight · Customs

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