Brasilien ist kein Ziel, an das man ein Standard-B/L schickt und dann abwartet. Der brasilianische Zoll manifestiert auf Basis dessen, was wörtlich auf dem Konnossement steht — fehlt dort eine Pflichtangabe, steht Ihr Container still. Oder schlimmer: er fährt, und Sie zahlen eine teure Korrektur an einem Dokument, das schon unterwegs ist. Das muss vor dem Auslaufen in Ordnung sein.
Vier Dinge, die AUF dem B/L stehen müssen
- Die CNPJ-Nummer des Empfängers. Die CNPJ ist die brasilianische Unternehmensregisternummer (14 Ziffern, Format XX.XXX.XXX/XXXX-XX). Ohne gültige CNPJ des Empfängers kann die Ladung in Brasilien nicht manifestiert werden. Fragen Sie Ihren Käufer bei der Auftragsbestätigung danach, nicht erst bei der Verschiffung.
- NCM-Codes je Warenart. Der NCM (Nomenclatura Comum do Mercosul) ist der 8-stellige Mercosur-Warencode; die ersten 6 Stellen folgen dem HS-System. Der NCM muss auf dem B/L und auf der Handelsrechnung stehen — und zwar identisch. Abweichungen zwischen Dokumenten sind eine klassische Quelle für Verzögerungen und Bußgelder.
- Der Frachtbetrag. Brasilien verlangt, dass die Seefracht sichtbar auf dem Konnossement steht, auch bei prepaid. "As agreed" genügt nicht.
- Eine Holzverpackungs-Erklärung. Eine Erklärung, ob die Sendung Holzverpackung enthält — und falls ja, dass diese ISPM-15-behandelt ist — oder eine "no wood packaging material"-Erklärung, wenn kein Holz dabei ist.
Prüfen Sie das Draft-B/L auf diese vier Punkte, bevor Sie es freigeben. Ein Amendment nach Abfahrt kostet Geld, Zeit und — wenn das Schiff vor der Korrektur ankommt — zusätzlich Lagergeld im Hafen.
Holzverpackung: ISPM 15 wird wirklich kontrolliert
Paletten, Kisten und Stauholz müssen ISPM 15-behandelt und markiert sein (der HT-Stempel). Brasilien kontrolliert das bei Ankunft aktiv; unbehandeltes oder unmarkiertes Holz bedeutet Behandlung, Rücksendung oder Vernichtung — auf Kosten der Ladung. Kunststoffpaletten umgehen das Problem vollständig.
Der Importeur braucht eine RADAR-Lizenz
Importieren nach Brasilien ist Unternehmen mit einer RADAR-Registrierung vorbehalten (der Zulassung zu Siscomex, dem brasilianischen Zollsystem). Kein RADAR = keine Einfuhranmeldung, so korrekt Ihre Dokumente auch sind. RADAR kennt Kategorien mit Obergrenzen für den Importwert pro Halbjahr; ein kleiner oder neuer Importeur kann also an seine Decke stoßen.
Prüfen Sie bei einem Erstauftrag, ob Ihr Käufer eine aktive RADAR-Registrierung hat und ob der Auftragswert in sein Limit passt. Das ist eine Frage von einer Zeile, die Ihnen Wochen Hafenlagerung ersparen kann.
Die Einfuhranmeldung: DI/DUIMP, durch den Importeur
Die Einfuhranmeldung in Brasilien (die DI, die schrittweise durch die DUIMP im neuen Portal-Único-System ersetzt wird) gibt der Importeur oder sein brasilianischer Zollagent (Despachante) ab — nicht Sie als Exporteur und nicht Ihr Spediteur. Ihre Rolle ist die Zulieferung: B/L, Rechnung und Packliste, die stimmen — untereinander und mit dem, was der Importeur anmelden wird. Senden Sie Kopiedokumente deutlich vor Ankunft, damit der Despachante die Anmeldung vorbereiten kann; brasilianische Häfen sind kein Ort, an dem Ladung günstig wartet.
Auf der niederländischen Seite übernimmt Nexport Logistics die Ausfuhranmeldung, die Buchung und ein B/L, das den brasilianischen Anforderungen entspricht — mit einer Compliance-Prüfung in Ihrer Akte im Nexportal-Portal, die diese Punkte vor dem Auslaufen anmahnt. Erste Sendung nach Brasilien? Mail an info@nexportlogistics.nl.
Offizielle Quellen: Douane — Ausfuhr · Europäische Kommission — Access2Markets Brasilien · NCM/HS-Einreihung verbindlich prüfen über tarief.douane.nl (EU-Seite). Verwandt: Konnossement · ISPM 15 · Seefracht